Neues zur Gaswerksiedlung

1926 für Beschäftigte aller Berufsgruppen der Gaskokerei entlang der Köpenicker Chaussee im holländischen Stil erbaut, verfügte die Gaswerksiedlung über 105 Wohneinheiten. Der 250 m lange Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz und bot noch bis in die 2000-er Jahre preisgünstigen Wohnraum. Er wurde dann aber vom Eigentümer, der Vattenfall AG, nach und nach entmietet und „entkernt“, unter dem Vorwand, dass angesichts der Planungen für ein neues Gas- und Dampf-Kraftwerk im Rücken der Siedlung Wohnen dort nicht mehr verträglich sei.

Alle Bürgerproteste und Vorschläge zu wenigstens temporärer Wohnnutzung wurden abgelehnt, obwohl schließlich auch die Pläne für das GuD-Heizkraftwerk beerdigt worden waren. 2015 wurde das Areal der Gaswerksiedlung als spezielles Gewerbegebiet umgewidmet.

Heute sind dort nur noch 7 „hartgesottene“ Mietparteien mit Bestandschutz unter suboptimalen Wohnbedingungen zuhause.

Seit einigen Wochen gibt es aber neue Betriebsamkeiten und Veränderungen in der Siedlung. „Jetzt kommt Leben ind die Gaswerksiedlung“ titelte das Berliner Abendblatt (Lichtenberger Ausgabe) Mitte Oktober.

Danach haben G. Germer, S. Kunze und P. Losen die Gaswerksiedlung GmbH gegründet und den Gebäudekomplex von der Vattenfall AG gepachtet. Seit dem Sommer werden 96 Wohnungen sozusagen von Grund auf saniert, mit zeitgemäßer Infrastruktur ausgestattet und zu Ateliers, Studios, Büros, Werkstätten in einem „Quartier für Kreativgewerbe und kleine Dienstleistungsunternehmen“ verwandelt.

Die denkmalgeschützte Fassade bleibt erhalten, die Wohnungsgrundrisse werden aber z.T. deutlich verändert und, soweit möglich, Mieterwünschen angepasst. Z.B. wird eine der ersten in Angriff genommenen Einheiten zu einem extrahohen Tonstudio für Rockbands umgebaut, wofür sogar eine Zimmerdecke entfernt werden musste.

Das Angebot umfasst insgesamt über 6.000 m² Grundfläche. Trotz der umfangreichen baulichen Erneuerungen sollen die Mieten erschwinglich bleiben, geplant sind 7,50 € / m² kalt. Für den etwas exklusiver ausgestatteten Gebäudeteil an der Ecke Blockdammweg wird auch ein Treffpunkt mit Café in Aussicht gestellt. Und im Hinblick auf die Grünflächen hinter der Siedlung wollen die Investoren sich Gedanken für gemeinsame Aktionen machen.

Mehr zu Plänen und Anfragen bzgl. der Gaswerksiedlung auf www.gaswerksiedlung.berlin

2017-12-15T19:16:38+02:00 14. Dezember 2017|Bauen, Rummelsburger Perspektiven|

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